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EIN VIDEO FÜR SCHUMANNHör-Ereignis für alle GenerationenDienstag, 29. Mai, 20 Uhr, Tonhalle, Ehrenhof 1, 40479 Düsseldorf Katia & Marielle Labèque Klavier ____________________ Claude Debussy En Blanc et Noir Claude Debussy Nuages et Fêtes € 19,- / 27,- / 39,- / 49,- / 57,-
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Debussy und Ravel umrahmen Robert Schumann, die unvergleichlichen Labèques färben Romantik impressionistisch, und der israelische Multimedia-Star Tal Rosner visualisiert das Hör-Erlebnis für eine neue Generation.
Schumannfest: Mr. Rosner, bislang haben Sie sich in Ihren Videoarbeiten mit der klassischen Musik aus dem 20. und 21. Jahrhundert beschäftigt. Jetzt haben Sie sich erstmals mit Robert Schumann befasst. Was war das für eine Erfahrung?
Tal Rosner: Natürlich habe ich es als große Herausforderung empfunden, Schumann nun in meine künstlerische Sprache zu übersetzen. Im Vergleich zu Strawinsky etwa mag zwar Schumanns Musik an ihrer Oberfläche nicht so symmetrisch oder kantig sein. Aber gleichzeitig fußt seine Musik auf einer sehr strukturellen Basis, die durchaus geometrische Züge besitzt. Und genau diese internen Strukturen und Formen will ich mit meiner Visualisierung des Klavierzyklus Bilder aus Osten enthüllen, den Schumann ja 1848 für vier Klavierhände komponiert hat.
Schumannfest: Ihre Musik-Videokunst erinnert bisweilen an die experimentelle Film-Moderne eines László Moholy-Nagy. Liegen da auch Ihre künstlerischen Wurzeln?
Tal Rosner: Ich lasse mich eigentlich von allem inspirieren, was Musik und Video angeht. Aber tatsächlich bin ich auch ein großer Fan der abstrakten Kunst und damit auch des Bauhaus. Ich denke, dass man gerade auf abstraktem Wege das elementare Wesen der Musik wunderbar „bebildern“ kann – ihre Bewegung und ihren Rhythmus.
Schumannfest: Ihr erstes Projekt mit Katia und Marielle Labèque war 2006 die Visualisierung der vierhändigen Klaviermusik von Strawinsky und Debussy. 2012 widmen Sie sich gemeinsam nun Schumanns Bilder aus Osten…
Tal Rosner: …und diesmal wird es besonders spannend, da ich unmittelbar und live mit Video-Signalen auf das Spiel und die Interpretation der Labèques reagieren werde. Die Bilder aus Osten, die wir für das vom Düsseldorfer Schumannfest in Auftrag gegebene Projekt ausgesucht haben, eignen sich außergewöhnlich gut für eine filmische Übersetzung, zumal sie entlang der sechs aufeinander folgenden Vignetten eine starke Infrastruktur besitzen. Wenn nun das Video-Element und der Dialog zwischen den vier Klavierhänden miteinander verflochten werden, soll die Aufführung auf der Bühne ein neues Licht auf diese Komposition werfen. Und speziell das Video sorgt dabei nicht nur für neue Blickwinkel, sondern wird zugleich zum Schlüssel der Musik und ihrer zugrunde liegenden Komplexität.

