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CLASSICJAZZBaltischer Orchestersound und junge deutsche Jazz-EliteSonntag, 27. Mai, 20 Uhr, Tonhalle, Ehrenhof 1, 40479 Düsseldorf Baltic Youth Philharmonic Bundesjazzorchester ____________________ Georg Friedrich Händel Wassermusik HWV 348–350 (Arrangement Daniel Schnyder) Steve Gray Open the Box Ein Projekt des Schumannfestes 2012 in Kooperation mit der Jazz Rally Düsseldorf € 19,- / 27,- / 39,- / 49,- / 57,-
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Bandleader-Instanz mit internationaler Karriere plus dirigierender Tausendsassa mit Dynastie-Bonus vereinen jazzende und klassische Jugend – mit Hilfe von Mahler, Händel, Vivaldi, de Falla, Duke Ellington und anderen Genies.
„Glauben Sie, Bach dreht sich im Grabe herum? Er denkt nicht daran. Wenn Bach heute lebte, vielleicht hätte er den Shimmy erfunden oder zumindest in die anständige Musik aufgenommen.“ Schon in den Goldenen Zwanzigern erkannte ein Bad Boy wie Paul Hindemith, was für ein Jazz-Potential etwa in der Musik Johann Sebastian Bachs steckt. Und prompt machte Hindemith die Probe aufs Exempel. Mit einem knackigen, noch nicht mal vierminütigen Ragtime für Orchester, für den er eine Fuge aus Bachs Wohltemperiertem Klavier ausschlachtete und verballhornte. 1921 empfanden alle Hüter des abendländischen Klassik-Erbes diesen Ragtime à la Bach natürlich als provokante Ungeheuerlichkeit. Doch was Hindemith damals wagte, hat seitdem Schule gemacht. Auch unter dem Stichwort Third Stream, der für die Vermählung von Jazz und Klassik steht. So verschrieb sich der amerikanische Bigband-Leader Paul Whiteman dem Symphonic Jazz. Duke Ellington wählte für seine mehrsätzigen Kompositionen bisweilen die barocke Suiten-Form. Und wie mitreißend fließend die Grenzen zwischen Jazz und Klassik überhaupt sein können, hat ja nicht zuletzt George Gershwin mit seinem Jahrhundert-Hit Rhapsody in Blue bewiesen. Mit all diesen großen und vor allem offenen Musikgeistern halten es speziell auch die beiden zeitgenössischen Komponisten des „ClassicJazz“-Konzerts. Der Brite Mark-Anthony Turnage studierte bei Gunther Schuller, der noch mit Miles Davis zusammengespielt hatte, aber auch beim Neue Musik-Doyen Hans Werner Henze. Turnages Liebe zum Jazz gipfelte danach immer wieder in Projekten mit dem Fusion-Gitarristen John Scofield. Wie 2002 in dem Orchesterstück Scorched, dessen Titel für Scofield orchestrated steht.
Auch der Schweizer Daniel Schnyder kennt keine Berührungsängste, wenn es um Blue Notes und Bach, Ballett und Barock geht. Denn für den Wahl-Amerikaner und enorm erfolgreichen Querfeld-Komponisten gilt: „Ich glaube, dass Klassik und Jazz gar nicht so weit auseinander liegen. Schließlich hat schon Jascha Heifetz Jazz gehört. Und Charlie Parker war immerhin ein Fan von Strawinsky!“

