01 |
TRANSATLANTISCHE FESTOUVERTÜREHommage an die Niederrheinischen MusikfesteDonnerstag, 24. Mai, 19.30 Uhr, Tonhalle, Ehrenhof 1, 40479 Düsseldorf Emerson String Quartet: Martin Grubinger Percussion ____________________ Robert Schumann Klavierquintett Es-Dur op. 44 Samuel Barber Streichquartett op. 11, 2. Satz Molto Adagio Robert Schumann Ouvertüre zu „Hermann und Dorothea“ op. 136 € 19,- / 27,- / 39,- / 49,- / 57,- / 72,-
|
Von 1818 bis 1958 fanden im Rheinland die berühmten „Niederrheinischen Musikfeste“ statt. Unter Festspielleitern wie Mendelssohn und Schumann wurden in Düsseldorf unorthodoxe, facettenreiche Konzertabende vom Barock bis zur Gegenwart geboten. An diese goldene Festivalzeit knüpft das prominent besetzte Eröffnungskonzert des Schumannfestes 2012 ganz zeitgemäß an: Exquisite Vertreter der amerikanischen und der europäischen Musikszene spannen einen Bogen von Barber bis Corigliano, von Ives bis Bernstein. Im Zentrum: Schumann, der Visionär. Während zweier langer Pausen haben Sie Gelegenheit, zu flanieren und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen.
Als sich Robert Schumann 1842 in Leipzig an die Komposition seines Klavierquintetts op. 44 setzte, stand zeitgleich auch in New York ein musikhistorisch nicht weniger bedeutsames Projekt in den Startlöchern. Um ihre musikalischen Wurzeln in der Neuen Welt zu pflegen, gründeten 1842 deutsche Immigranten zusammen mit amerikanischen Musikerkollegen die New Yorker Philharmoniker. Und natürlich erfreuten sich auch die Werke Schumanns schnell großer Beliebtheit bei dem zukünftigen Spitzenorchester. So wurde schon 1853 und somit noch zu Schumanns Lebzeiten in New York seine 1. Symphonie gegeben. Und 1879 spielten schließlich ausgewählte Philharmoniker mit dem deutschen Pianisten Franz Rummel erstmals in den USA das Klavierquintett.
An diese Pioniertage der transatlantischen Schumann-Pflege erinnert die „Festouvertüre“ zum diesjährigen Schumannfest. Amerikanische Spitzeninterpreten spielen Schumanns Klavierquintett. Und auf seine 1851 komponierte Ouvertüre zu einem geplanten Singspiel nach Goethes Hermann und Dorothea folgt eine Schlagzeug-Bearbeitung der wohl populärsten Version von Shakespeares Romeo und Julia. Es ist der Broadway-Hit West Side Story vom legendären Chefdirigenten der New Yorker Philharmoniker, Leonard Bernstein.
Ganz im Sinne der Gründungsväter der Niederrheinischen Musikfeste, die erstmals 1818 in Düsseldorf stattfanden, ist überhaupt das Programm dieser „transatlantischen Festouvertüre“ angelegt. So konnte man damals in den Statuten der Allgemeinen Fest-Ordnung unter Paragraph 3 lesen: „Grundsätzlich werden bei jedem Feste sowohl klassische Werke der älteren wie der neueren Zeit zur Ausführung gebracht.“ Zur Festivaleröffnung folgen auf Schumann, der 1853 die Niederrheinischen Musikfeste leitete, die beiden Mitväter der amerikanischen Moderne, Charles Ives und Samuel Barber. Und ins 21. Jahrhundert gelangt man mit John Corigliano, der 2007 sein Schlagzeugkonzert Conjurer dem atemberaubenden Rhythmus-Jongleur Martin Grubinger widmete.

