* 8. Juni 1810 in Zwickau
† 29. Juli 1856 in Endenich
Düsseldorf war nicht Schumanns erste Wahl: Er hoffte auf eine Anstellung in seiner sächsischen Heimat. Erst mit vierzig Jahren nahm er das Angebot aus Düsseldorf an. Hier hatte er als städtischer Musikdirektor ein öffentliches Amt, das einzige, das ihm je ein regelmäßiges Einkommen sicherte. Und immerhin lebte er nun an seinem geliebten Rhein, den er schon in seiner Heidelberger Studienzeit auf einem Dampfschiff bereist hatte. Die Ankunft am 2. September 1850 und die ersten Tage in Düsseldorf waren euphorisch: Die Stadt selbst, ein begeisterter Empfang und die zahlreichen Veranstaltungen, die zu Ehren Schumanns arrangiert wurden, erfüllten die Familie mit Freude. Umso mühsamer wurde es danach: Ständige Umzüge und Roberts fortschreitende Krankheit beschwerten den Alltag. Außerdem kamen schon bald die ersten Konflikte mit den Chor- und Orchestermitgliedern. Man drängte Schumann, die Leitung der Abonnementskonzerte an Julius Tausch abzutreten, der dann auch 1854 sein Nachfolger als Musikdirektor wurde. Trotz aller Probleme war Schumann in Düsseldorf so produktiv wie nie zuvor. Ein Drittel seiner Werke ist hier entstanden, darunter die Es-Dur Symphonie op. 97. Diese „Rheinische Symphonie“ komponierte er in der ersten Begeisterung für Düsseldorf und Köln. Doch eine fortschreitende Geisteskrankheit raubte ihm die Schaffenskraft. Am 27. Februar 1854, dem Rosenmontag (!), versuchte er sich das Leben zu nehmen: Er sprang von der Düsseldorfer Schiffsbrücke – nahe der Lambertus-Kirche – in den Rhein. Er wurde in die Nervenheilanstalt in Endenich bei Bonn eingeliefert, wo er mehr als zwei Jahre später starb.
ALLEESTRASSE 782 (HEINRICH-HEINE-ALLEE 44, ECKE TRINKAUS)
10. September 1850 bis 30. Juni 1851
„… das große Logis, wo eigentlich kein behagliches Plätzchen darin ist, Fenster so groß, dass man auf der Straße zu sitzen glaubt ...“ (Clara in ihrem Tagebuch)
KOMPOSITIONEN
KASTANIENALLEE 252,3 (KÖNIGSALLEE 46, GALERIE PAFFRATH)
1. Juli 1851 bis 15. April 1852
KOMPOSITIONEN
HERZOGSTRASSE 15
15. April bis 11. August 1852
KOMPOSITIONEN
BILKERSTRASSE 1032 (HEUTE 15)
August 1852 bis 4. März 1854, Clara bis 6. August 1855
„Roberts Zimmer ist sehr freundlich und still gelegen, so dass er wie in einem Kästchen sitzt... die größte Annehmlichkeit ist noch die, dass ich mein Studierzimmer im zweiten Stock habe, wo Robert nichts hören kann. Zum ersten Male nach unsrer Verheiratung treffen wir es so glücklich!“ (Clara in ihrem Tagebuch)
KOMPOSITIONEN
DIE ERSTEN TAGE IN DÜSSELDORF
September 1850
AUSGABEN IN DÜSSELDORF
für Zigarren
für Getränke
Geburtstagsgeschenke für Clara 13.09.1850
Robert Schumanns Einkünfte im Quartal
Th = Thaler, Ngr. = Neugroschen, Pf = Pfennig
„… da Düsseldorf so im Grünen liegt, konnten wir nicht denken, dass es schwer halten würde, ein Logis im Grünen und mit Garten zu bekommen. Die meisten Leute haben hier ganze Häuschen und immer in jeder Etage nur 3 – 4 Fenster Front. Die Häuser sind teuer und uns der Gedanke, oben eins, unten Eins, Eins in der Mitte zu wohnen, schrecklich.“
(Clara Schumann in ihrem Tagebuch)
„Die Damen sind hier überhaupt... voller Freundlichkeit und Dienstfertigkeit für mich...“
(Clara Schumann über die Düsseldorfer Damen)
„Ich gebe dir mein Ehrenwort, dass ich in den zwei Jahren meines Hierseins nicht eine unangenehme Minute durch die Musiker gehabt habe – sie sind artig, ehrerbietig, voller Geduld und Langmütigkeit … weiß wahrhaftig nicht ob ich’s in menschlicher Hinsicht nicht lieber mit dem hiesigen Orchester zu tun habe als mit einer Hofkapelle.“
(Ferdinand Hiller an Robert Schumann)
„Dienstag, den 22., hielt Robert die erste Orchesterprobe. Das Orchester ist für die kleine Stadt ganz vortrefflich, was Robert sehr zufrieden stimmt...“
(Clara Schumann in ihrem Tagebuch)
Liebe Clara, ich werfe meinen Trauring in den Rhein, tue du dasselbe, beide Ringe werden alsdann sich vereinigen.“
(Robert Schumann)
Informationen zusammengestellt von Atalay Baysal